Ein großer Teil des Kollegiums der Hardenbergschule und Mitarbeiter der Personalabteilung der Firma Erbslöh trafen sich am 7.11.2002 unter der Leitung von K. Schülke vom Kooperationsnetz Schule Wirtschaft des Kreises Mettmann zu einem ersten Gespräch bei der Erbslöh Aktiengesellschaft, einem Unternehmen der WKW – Gruppe, in Velbert in der Siebeneicker Straße 235.
Es ging zunächst darum, die verschiedenen Bereiche einer möglichen Zusammenarbeit des Aluminiumverarbeitenden Betriebes und der Hardenbergschule in einer Art Brainstorming heraus zu arbeiten.
Aus der Vielzahl der gesammelten Vorschläge wurden dann die heraus gegriffen, die sich bereits im folgenden Schuljahr realisieren ließen.
Parallel zur Umsetzung der geplanten Projekte wurde die Unterzeichnung des
Kooperationsabkommens voran getrieben.
Im April 2003 war es dann soweit. Im Lehrerzimmer der Hardenbergschule unterzeichneten die beteiligten Parteien den ausgearbeiteten Vertrag.

Von links nach rechts sitzend Frau B. Preuß Rektorin der Hardenbergschule, Herr K. Schülke Koordinator Schule Wirtschaft, Dr. U. Gohrbrandt Vorstand der Erbslöh AG;
Stehend Herr E. Keller Wirtschaftsförderung, Prof. G. Volmer Universität Düsseldorf, Herr H.F. Hörr
Bürgermeister der Stadt Velbert
Besuch bei der Firma Erbslöh.
Arbeit und Funktion des Elektronenmikroskops

Das Elektronenmikroskop wird bei der Firma Erbslöh in der Abteilung Forschung und Entwicklung eingesetzt.
Da die Firma Erbslöh sich mit der Verarbeitung vom Aluminiumwerkstoffen für Autozubehörteile bei den unterschiedlichsten Autoherstellern beschäftigt, hat die Abteilung Forschung und Entwicklung viel zu tun! Die Autohersteller, und dazu zählen Rolls Royce, Porsche, Audi, Daimler Chrysler, Volvo, Land Rover und viele andere, stellen ganz bestimmte Anforderungen an die Teile, die Sie bei der Firma Erbslöh bestellen wollen. Sie müssen haltbar sein bei Teilen des Motors, eine schöne glänzende Oberfläche haben, wie bei Türgriffen und Dachleisten oder noch ganz andere Bedingungen des Materials erfüllen, wie bei Zylinderlaufbuchsen.
In der Abteilung Forschung und Entwicklung wird so lange geforscht, bis die Bedingungen der Anforderungen erfüllt werden können. Außerdem wird natürlich die Qualität der Werkstücke geprüft und dazu setzt die Firma das Raster-Elektronenmikroskop ein. Außerdem gibt es ein Stereoauflichtmikroskop durch das die Struktur einer Oberfläche genauer geprüft werden kann. Bei einer Vergrößerung von 12,5 konnten wir uns im Auflichtmikroskop nacheinander erst Metallpulver, dann die Wendel einer kaputten Birne und schließlich ein Eurostück anschauen. Deutlich war die Struktur der unterschiedlichsten Oberflächen (=Topographie) zu sehen.


Dann haben wir die gleichen drei Gegenstände unter dem Raster-Elektronenmikroskop betrachtet. Während das Lichtmikroskop ein direktes Bild durch gebündelte Lichtstrahlen liefert, arbeitet das Elektronenmikroskop mit Elektronenstrahlen, die auch gebündelt die zu untersuchenden Gegenstände durchdringen. Die Information, die dadurch gewonnen wird, wird an ein Elektronenverarbeitendes System weitergegeben und hier wird durch helle und dunkle Lichtpunkte ein Bild erzeugt, das wir alle am Computerbildschirm betrachten konnten. Die Vergrößerung kann bis 5.000fach sein. Die Probe wird in einer Vakuumkammer eingeschlossen, dass bedeutet um die Probe herum wird die Luft abgesaugt. Außerdem muss die Probe leitend sein, damit die Elektronenstrahlen gut in das Material eindringen können und nicht abgelenkt oder gestört werden. Man kann zwei verschiedene Untersuchungen an den Proben durchführen. Einmal kann man die Oberfläche prüfen (=Topographie) oder man kann Informationen über die Zusammensetzung des Materials erhalten, wenn man mit dem Elektronenstrahl die Elektronen in der Tiefe der Probe anregt. Die Bilder sehen sehr unterschiedlich aus. Zum Auswerten der Ergebnisse muss man aber Experte sein und die Bilder richtig lesen können.

Herr Dr. Steins und seine Mitarbeiterin Frau Lempke und Herr Labrenz kennen sich mit den Untersuchungsmöglichkeiten sehr gut aus. Sie konnten uns alle Bilder gut erklären und haben sich auch nicht so kompliziert ausgedrückt. Dadurch haben wir eine Menge verstanden. Für die gute Erklärung und die Möglichkeit einmal einige Methoden einer richtigen Forschungs- und Entwicklungsabteilung kennen zu lernen möchten wir uns noch mal ganz herzlich bedanken. Außerdem fanden wir es gut, dass unser Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften uns auch einmal in einen richtigen Betrieb geführt hat.
Eine weitere Schülergruppe stellte dann ein erfolgreich durchgeführtes Bewerbungstraining der Firma Erbslöh in Form eines Rollenspiels vor.Die Firma Erbslöh führt ein Bewerbungstraining in den zehnten Klassen der Hardenbergschule durch.Als Mitglied der Personalabteilung der Firma Erbslöh ist Herr Klöckner bestens darüber informiert, was man bei einer Bewerbung alles falsch machen kann.
Die Schüler und Schülerinnen der zehnten Klassen der Hardenbergschule hatten Gelegenheit ein Training ganz besonderer Art erleben zu dürfen. Sie konnten eine Bewerbung um eine fiktive Stelle bei der Firma Erbslöh abgeben. Diese Bewerbung wurde nicht von den Lehrern und Lehrerinnen kontrolliert und nicht vorab benotet. Sie wurde lediglich zur Personalabteilung der Firma Erbslöh weitergeleitet und dort unter ganz normalen Maßstäben durchgesehen.
Anschließend erhielt die Schule Besuch von Herrn Klöckner. Dieser erläuterte auf sehr anschauliche Weise worauf die Schüler und Schülerinnen in zukünftigen Bewerbungen achten sollten. Für die besten Bewerbungen vergab er zum Abschluss Preise.
Am Beispiel einer Verabredung mit einem/ einer netten Gleichaltrigen machte er deutlich, was zu einer guten Vorbereitung für eine Bewerbung gehört. Die Schüler und Schülerinnen arbeiteten tatkräftig mit und hatten schnell die wesentlichen Punkte erfasst.

Natürlich macht man sich für eine solche Verabredung schick, weil man die Aufmerksamkeit auf sich lenken möchte. Man informiert sich vorher über die Person / das Unternehmen und verwendet keine Standartsprüche. Im Gespräch sucht man den Blickkontakt und versucht möglichst im besten Licht zu erscheinen.
Auch bei einer schriftlichen Bewerbung sollte man versuchen möglichst den besten Eindruck zu hinterlassen.
Das fängt schon mit dem Briefumschlag und der richtigen Beschriftung darauf an. Herr Klöckner konnte an eingesendeten Beispielen deutlich machen, warum man die Standartvorschriften einhalten sollte. So wurde allen Schülern und Schülerinnen klar, dass Unterlagen beim Öffnen beschädigt werden können, wenn sie nicht richtig eingelegt wurden, dass die Unterlagen durcheinander geraten, wenn sie nicht ordentlich abgeheftet werden und dass man einem Unternehmen viel Arbeit ersparen kann, wenn man offene Klarsichthüllen verwendet, bei dem die einzelnen Blätter für Kopien schnell entnommen und schnell zurück gelegt werden können, denn die Fachabteilungen bekommen Kopien der Unterlagen.
Wichtig ist auch die Vollständigkeit der Unterlagen. Eine ordentliche Bewerbung sollte ein Anschreiben, einen Lebenslauf und die Zeugnisse enthalten. Das Anschreiben sollte ansprechend gestaltet sein und folgende Punkte enthalten:
Adresse | | Datum |
Betreff | | (Fettschrift) |
Anrede | | (Name oder Sehr geehrte Damen und Herren) |
Grundlagen | | (Kenntnisse vom Arbeitsplatz, Begründung für die Bewerbung allgemein) |
Motivation | | (Warum bewerbe ich mich auf diesen speziellen Arbeitsplatz) |
Schulbildung | | (mit welchem Abschluss werde ich kommen) |
Vorstellungsgespräch | | (Wunsch danach benennen) |
Grußformel und Unterschrift | | |
Anlagen | | |
Typische Fehler griff Herr Klöckner aus dem vorhandenen Material heraus und erläuterte genau deren Vermeidung. Er wies auf ordentlich ausgeschnittene Bilder in der rechten oberen Ecke des Lebenslaufs genauso hin, wie auf die Benennung besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten und besonderem Engagement z.B. im sozialen Bereich sowie das Beilegen von Bescheinigungen eines Praktikums.
Insgesamt waren die Schüler und Schülerinnen von der Veranstaltung begeistert. Sie sahen mit großen Erwartungen dem zweiten Teil des Trainings entgegen, bei dem es um zwei konkrete Vorstellungsgespräche auf der Grundlage der eingesendeten Bewerbungen gehen sollte.
Schülergespräch anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages Rollenspieltext
Hallo Özlem, kannst du dir mal meine Bewerbungsunterlagen für die Firma Erbslöh ansehen? Reicht ihr einen Briefumschlag.
Ja klar, als was hast du dich denn beworben? Streckt die Hand aus und nimmt die Unterlagen.
Als Bürofachkraft, du weißt doch, dass ich ganz gut in Deutsch bin und im Praktikum hat mir das auch Spaß gemacht.
Die haben bei Erbslöh aber nicht so viele Stellen im Büro, da musst du einen sehr guten Eindruck machen. Mal sehen! Sieht den Umschlag von außen an, prüft Adresse und Absender.
Das sieht schon mal gut aus.
Özlem Grinst
Hast du dich an Herrn Klöckner erinnert? Hab ich auch beim Schreiben. Ne, ne ich schreib die Anschrift der Firma schon an die richtige Stelle und ich hab extra noch mal nachgesehen, damit ich auch ja die richtige Adresse schreibe.
Packt die Unterlagen aus.
Hast du alles? Anschreiben, Lebenslauf mit Bild, Zeugnisse, Praktikumsbescheinigungen? Blättert durch.
Özlem, na klar. Aber sieh noch mal durch. Beim Anschreiben habe ich die ganze Zeit überlegt, ob ich mich auch wirklich gut und ehrlich dargestellt habe, genug von der Stelle und der Firma weiß und warum ich die Stelle haben möchte. Ließ mal !
Lächelt.
Erkundigungen wie für einen hübschen Jungen – was !
Ließt.
Na ja – ein Liebesbrief ist es glücklicherweise nicht geworden. Klingt gut, also ich würde dich einladen zu einem Gespräch.
Blättert weiter.
Wartet und schaut mit in die Unterlagen.
Mhm – dieses eingescannte Bild rechts oben sieht nicht so gut aus. Das sitzt schief. Kannst du den Lebenslauf noch mal ausdrucken ? Nimm lieber ein Passbild.
Meinst du ? Du hast recht, das ist irgendwie leicht schief.
Hör mal, die Klarsichthüllen sollten an zwei Seiten offen sein.
Oh ja, stimmt. Das mach ich noch anders.
Sonst ist das prima. Viel Glück !
Gibt die Unterlagen zurück.
Hör mal Christina, jetzt kannst du mir auch helfen. Ich hab am nächsten Montag mein Bewerbungsgespräch.
Du hast doch hoffentlich noch eine Kopie der Bewerbungsunterlagen ?
Na hör mal, nach unserem letzten Training in der Klasse mit Herrn Klöckner – nie mehr ohne. Unser lieber Klassenkammerad kam ja ganz schön ins Schwitzen, weil er nicht mehr wusste was er geschrieben hatte.
OK, geh alles noch mal durch. Überleg dir warum du den Job willst, was du für gute Voraussetzungen mitbringst, was du gut an der Firma findest, woher du die Firma kennst. Geh noch einmal deine Schulfächer durch, wo bist du gut, passt das zum Job ? Falls nicht ganz, such nach guten Begründungen !
Ließ Zeitung, sieh Nachrichten !
Überleg dir auch ein paar gute Fragen zu der Firma und zu der Stelle. Du weißt ja, das zeigt dein Interesse und deine Vorbereitung.
Am Wochenende kommt Raphael vorbei und will mit mir noch mal üben. Willst du nicht auch kommen ?
Klar, gerne. Wir kriegen das schon hin, nur die Ruhe. Schreib dir Stichwörter auf, bereite dich vor. Ich denke mir ein paar gemeine kleine Fragen aus.
Ha, ha, glücklicherweise hatten wir alle das Bewerbungstraining mit der Firma Erbslöh. Wir haben alle was gelernt, nicht nur du. Und überhaupt, wenn du eingeladen wirst, denken wir uns ein paar gemeine Fragen aus.
Verabschieden sich voneinander und beenden damit das Rollenspiel.
Bieten an Fragen zu dem Bewerbungstraining zu beantworten..
Im Verlauf des weiteren Schuljahres besuchten verschiedene Schülergruppen das Unternehmen Erbslöh im Rahmen des regulären Chemieunterrichts. So konnte eine zehnte Klasse das Eloxalverfahren vor Ort ansehen, seine industrielle Bedeutung erfahren und chemische sowie technische Hintergründe erfragen. Drei siebente Klassen bekamen Einblicke in das Thema Metallverarbeitung. Sie wurden nacheinander in kleinen Gruppen durch das Presswerk, die Fertigung und die Endkontrolle geführt.
Im Anschluss an einen dieser Besuche hat der WDR ein Interview mit den
beteiligten Personen durchgeführt.
Doch hören sie selber was


über den Besuch bei der Firma Erbslöh berichtet (3 MB)
(bitte auf das Logo klicken, sie brauchen einen mp3-player!) Außerdem führte die Firma Erbslöh interessierte Kollegen und Kolleginnen und später auch interessierte Eltern durch das Unternehmen.
Eine weitere Zusammenarbeit fand im Rahmen des Kunstunterrichtes statt. Dabei wurden Abfallprodukte des Unternehmens in den Unterricht integriert und als Material für Kollagen oder Mobiles eingesetzt.
Vor den Osterferien 2004 setzten sich die Mathematiklehrer und Lehrerinnen der Hardenbergschule mit dem Meister der Ausbildungsabteilung und einem Mitglied der Personalabteilung zusammen, um sich über den Leistungsstand und mögliche Verbesserungen im Rahmen der unterrichtlichen Ausbildung der Schüler und Schülerinnen auszutauschen. Mögliche Zusammenarbeitsansätze wurden diskutiert. Der Leiter der Ausbildung in der Werkstatt führte Ende Juni
2004 zusammen mit ausgewählten Lehrlingen eine Informationsveranstaltung zu
den Voraussetzungen für die verschiedenen Berufsbilder und die Berufsbilder selbst durch. Dabei wurden die Mathematikkenntnisse besonders angesprochen.
Die weitere Zusammenarbeit wurde kontinuierlich ausgebaut. Dabei wurden bereits erfolgreich durchgeführte Projekte nach Möglichkeit wiederholt.
Das Bewerbungstraining in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung konnte optimiert werden, indem es zu einem früheren Zeitpunkt geplant und durchgeführt wurde.
Außerdem besuchten auch im Schuljahr 2004/2005 verschiedene Klassen das Unternehmen. Es fand ein Besuch in der Abteilung Forschung und Entwicklung statt. Dabei überraschten die Mitarbeiter die Schüler und Schülerinnen mit Mikroskopbildern von Wespen und Libellen.
Auch die Eloxierstraße wurde im wieder von einer Chemiegruppe besucht und die siebten Klassen konnten durch konkrete Anschauung ihre Kenntnisse zur Metallverarbeitung erweitern.
Im Mai 2004 fand unter Moderation von Herrn Schülke eine Evaluation der Zusammenarbeit statt. Die Erwartungen an die Zusammenarbeit wurden sogar noch übertroffen, da festgestellt werden konnte, dass mehr als nur die geplanten Veranstaltungen stattgefunden hatten.
Im Rahmen einer Veranstaltung für Nachwuchsführungskräfte der Erbslöh AG organisierten und planten diese für die HardenbergschülerInnen einen Beach- Volleyball- Platz.
Am 2.07.2004 wurden die Arbeiten begonnen und am 3.07.2004 fand bereits zur Eröffnung des Platzes das erste Spiel der Erbslöhmitarbeiter gegen die HardenberglehrerInnen statt. Anschließend wurde gemeinsam gefeiert.